
Notfalltriage am Standort Triemli | Stadtspital Zürich
Simulationsbasierte Evaluation von Architektur und Prozessen
Als grösstes Notfallzentrum des Kantons übernimmt das Stadtspital Zürich eine zentrale Rolle in der medizinischen Akutversorgung. Bis 2027 wird die Notfalltriage am Standort Triemli erneuert, sowohl räumlich als auch organisatorisch. Das SCDH unterstützt das Stadtspital während der Planungsphase mit einer simulationsbasierten Evaluation der Architektur und der Prozesse. Auf der Simulationsfläche testen Ärzt:innen, Pflegefachpersonen und weitere Mitarbeitende realitätsnahe Notfallszenarien – vom Hochbetrieb mit mehreren Patient:innen bis zur Reanimation im Warteraum. So werden Abläufe und räumliche Konfigurationen unter realistischen Bedingungen überprüft, Schwachstellen frühzeitig erkannt und Fehlplanungen vermieden. Die Leistungen des SCDH werden durch einen Innovationskredit von Smart City Zürich finanziert.
Laufzeit
- 2026
Kunde
- Stadtspital Zürich
Finanzierung
- Smart City Zürich
Kontext
Das Stadtspital Zürich steht vor umfangreichen baulichen Investitionen zur Sicherstellung einer zukunftsfähigen Spitalinfrastruktur. Insbesondere in komplexen Bereichen wie der Erstbeurteilung (Triage) können Planungsentscheide in frühen Projektphasen weitreichende Auswirkungen auf Sicherheit, Arbeitsabläufe, Datenschutz und Aufenthaltsqualität haben. Gleichzeitig erschweren hoher Kosten- und Zeitdruck sowie sich verändernde betriebliche Anforderungen eine verlässliche Beurteilung geplanter Räume allein anhand von Plänen und Visualisierungen. Fehlentscheide in frühen Phasen führen häufig zu kostspieligen Anpassungen im Betrieb oder nach der Inbetriebnahme.
Vorgehen
Das SCDH konzipiert und realisiert einen ganztägigen Simulationsworkshop auf der Simulationsfläche in Nidau. Grundlage bildet der aktuelle Planungsstand der Notfalltriage am Standort Triemli. In realitätsnahen Nutzungsszenarien – Routinebetrieb, Notfallsituationen und Nachtdienst – werden räumliche Konfigurationen, Sichtachsen, Abläufe und Schnittstellen gemeinsam mit Mitarbeitenden des Stadtspitals Zürich überprüft. Durch begehbare 1:1-Projektionen, Wellpappwände, Mock-ups und kontextspezifisches Mobiliar werden geplante Räume unmittelbar erlebbar. Die Simulation ermöglicht es, Sicherheitsaspekte, Privatsphäre, Effizienz der Arbeitsabläufe sowie Potenziale zur Standardisierung systematisch zu analysieren.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden entlang evidenzbasierter Designkriterien priorisiert und in einem strukturierten Bericht festgehalten.
Nutzen
- Durch die Förderung im Rahmen des Innovationskredits von Smart City Zürich kann der Einsatz von Simulationen als innovatives Planungsinstrument systematisch erprobt und evaluiert werden.
- Die simulationsbasierte Evaluation erlaubt es, Planungsannahmen frühzeitig zu überprüfen und fundierte Entscheidungsgrundlagen für die weitere Projektentwicklung zu schaffen. Potenzielle Schwachstellen in Bezug auf Sicherheit, Datenschutz, Raumwirkung und Prozesse werden sichtbar, bevor bauliche Massnahmen umgesetzt werden.
- Die aktive Einbindung von Mitarbeitenden stärkt die Akzeptanz der Nutzenden und stellt sicher, dass reale Arbeitsabläufe und Bedürfnisse in die Planung einfliessen.
- Die Simulation trägt zur Reduktion von Fehlplanungen und Folgekosten bei und unterstützt die Entwicklung effizienter, sicherer und patient:innenorientierter Notfallstrukturen.
- Die gewonnenen Erkenntnisse können über den Standort Triemli hinaus als Referenz für weitere Bau- und Umbauprojekte des Stadtspitals Zürich genutzt werden.
«Im November durften wir am SCDH unseren neuen Triagebereich anhand verschiedener Simulationen testen. Der Tag war für uns spannend, lehrreich und unglaublich wertvoll. Meine wichtigste Erkenntnis: Ein Konzept kann auf dem Papier noch so gut aussehen – erst wenn diejenigen, die später damit arbeiten, die Abläufe selbst erleben und testen können, zeigt sich, ob es im Alltag wirklich funktioniert.»

«Durch das gemeinsame Durchspielen des Live-Prozesses am SCDH hatten wir einen echten Aha-Moment: Zusätzliche Admin-Büros, die wir ursprünglich eingeplant hatten, waren plötzlich überflüssig. So konnten wir nicht nur Kosten sparen, sondern auch spätere, aufwändige Änderungen vermeiden. Genau dafür war das Prototyping für uns so wertvoll.»

Galerie
Status
laufend
Projektart
Dienstleistung
Zielgruppe
GesundheitsinstitutionenPlaner:innen und Gestalter:innen
Tätigkeitsfeld
Objekte und Umwelt
Angebot
Testing
Infrastruktur
Simulationsfläche
Kontakt

































