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Besuchsfenster

Öffentliche Führung durchs SCDH

23. Juni 2026, 17.00 Uhr

Design for Dignity | Berner Fachhochschule

Design for Dignity | Berner Fachhochschule

Entwicklung eines modularen Systems zur Förderung von Privatsphäre in Asylzentren

Ein modulares und anpassungsfähiges System zur Förderung von Privatsphäre in Asylzentren verbessert die Lebensbedingungen und das Wohlbefinden geflüchteter Menschen und unterstützt gleichzeitig die Arbeitsbedingungen des Personals. Das SCDH begleitet das im Rahmen des MA Design Entrepreneurship entwickelte und von der Gebert Rüf Stiftung geförderte Projekt mit Expertise in Materialstudien, Prototyping und Tests. «Design for Dignity» ist dabei mehr als ein Produkt: Es ist ein Statement für mehr Menschlichkeit – denn Würde ist ein Recht aller Menschen, und Design kann dazu beitragen.

Laufzeit

  • Juli 2025-Januar 2027

Kunde

  • Berner Fachhochschule / Hochschule der Künste Bern / Institute for Design Research

Finanzierung

  • Berner Design Stiftung
  • Gebert Rüf Stiftung / First Ventures / PROOF, VALIDATE, EXECUTE
  • Impact Acoustic

Kontext

In Asylzentren fehlt es häufig an Privatsphäre. Überbelegte Strukturen und begrenzter Raum führen dazu, dass Bewohner:innen kaum Rückzugsmöglichkeiten haben. Dies verursacht anhaltenden Stress, Schlafprobleme und verstärkt bestehende Traumata. Gleichzeitig erschweren die räumlichen Bedingungen die Arbeit des Personals. Das Projekt «Design for Dignity» greift diese Herausforderung auf und basiert auf der Überzeugung, dass bereits ein Mindestmass an Privatsphäre das psychische Wohlbefinden verbessert, Stress reduziert und das Zusammenleben in temporären Gemeinschaften positiv beeinflusst. «Design for Dignity» entstand im Rahmen des MA Design Entrepreneurship an der Hochschule der Künste Bern durch Violetta Dyka. Die Weiterentwicklung wird von der Gebert Rüf Stiftung unterstützt.

 

Vorgehen

Das Projekt folgt einem nutzerzentrierten und forschungsbasierten Designprozess. Ausgangspunkt bilden Recherchen sowie Beobachtungen, wie Geflüchtete mit einfachen Mitteln – etwa Textilien – provisorische Rückzugsräume schaffen.

Darauf aufbauend erfolgen in enger Zusammenarbeit mit den Werkstätten und der Material-Kollektion des SCDH umfassende Design- und Materialstudien. Ziel ist es, Lösungen zu entwickeln, die funktional, robust, kosteneffizient und einfach in bestehende Strukturen integrierbar sind.

Aus diesen Studien entstehen fünf Prototypen, die sich in Materialität und Konstruktion unterscheiden und sowohl visuellen als auch akustischen Schutz bieten. Die Prototypen werden im Massstab 1:1 im Rahmen eines Co-Design-Workshops mit Fachpersonen aus den Bereichen Migration, Integration und Service Design getestet und evaluiert. Bewertet werden insbesondere Nachhaltigkeit und lokale Produktion, Funktionalität und Modularität sowie Herstellungskosten.

Der von den Testpersonen bevorzugte Prototyp aus PET-Filzplatten mit Klettverschlüssen wird anschliessend weiterentwickelt, als Pilotserie produziert und im März bis April 2026 von Bewohner*innen eines Asylzentrums erprobt. Das Feedback während und unmittelbar nach der Installation fällt durchwegs positiv aus: Besonders geschätzt werden der Schutz, die Modularität sowie die Möglichkeit, die einzelnen Elemente individuell zu öffnen. Die systematische Auswertung des Feedbacks erfolgt im Sommer 2026. Parallel dazu werden ein skalierbares Geschäftsmodell sowie eine Produktionsstrategie entwickelt.

Für die weitere Evaluation, die iterative Weiterentwicklung der Prototypen sowie das Roll-out, den Markteintritt und die Skalierung hat die Gebert Rüf Stiftung im April 2026 weitere Fördermittel gesprochen.

 

Ziele

  • Die Lebensqualität und das psychische Wohlbefinden von geflüchteten Menschen in Schweizer Bundesasylzentren und Kollektivunterkünften nachhaltig verbessern.
  • Durch die Schaffung von flexiblen Rückzugsräumen ein grösseres Gefühl von Autonomie und Würde ermöglichen.
  • Die Arbeitsbedingungen des Personals erleichtern und funktionalere Raumstrukturen schaffen.
  • Die entwickelte Lösung über den Asylkontext hinaus skalieren und in weiteren Bereichen mit gemeinschaftlich genutzten Räumen einsetzen.

Galerie

Co-Design-Workshop am SCDH

Überprüfung eines Prototypen im Asylzentrum

Lead

  • Berner Fachhochschule / Departement Hochschule der Künste Bern / Institute for Design Research / Violetta Dyka

Mentorin

  • Berner Fachhochschule / Departement Hochschule der Künste Bern / Institute for Design Research / Catalina Jossen Cardozo

Mitwirkende

  • Andrii Taran / Marketing und Kommunikation
  • Tamara Tremonte / Industriedesign

Kontakt

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